Freitag, 10. Oktober 2014

Also ich würde ja niemals...

Kennt ihr diesen Satz.
Es gibt Situationen, in denen dieser Satz schnell fällt ohne,
dass man vorher lange drüber nachdenkt.
Wie oft ich diesen Satz schon benutzt habe und wie oft es
sich nicht bewahrheitet hat...
Seit ich Mama von 3 Kindern bin dreht und wendet sich
alles immer wieder.
So auch mein Denken und Handeln in den letzten Jahren.
Vor ein paar Jahren war das noch so:

Lange bevor an das erste Kind zu denken war
Also ich würde ja niemals mein Kind normal auf die Welt bringen.
Ich bin doch nicht verrückt. Die Schmerzen tu ich mir nicht an.
Das ist doch schrecklich. Stell dir mal vor, da wird so ein kleiner
Kopf rausgequetscht.
Ne, ne dann sollen sie mal lieber einen Kaiserschnitt machen
und gut ist.
Ich muss nun nicht erwähnen wie ungläubig meine Freundinnen 
den Kopf geschüttelt haben!!

Die Realität sah da ganz anders aus...
Mein erstes Kind kam spontan ohne PDA in 4 Stunden zu Welt.
Meine Zwillinge nach langem Kampf mit mir und den Ärzten
per Kaiserschnitt, weil es nicht anders ging.
Im Nachhinein, kann ich über mich selbst auch nur den Kopf
schütteln. Man macht sich tatsächlich keine Gedanken darüber,
was für eine große Operation ein Kaiserschnitt ist.

Als die ersten Freundinnen Kinder bekamen
Also ich würde ja auch niemals stillen.
Ich find das irgendwie komisch, wenn ich darüber nachdenke,
dass mir ein Kind an der Brust hängt. Nee das wäre nicht meins...

Im Endeffekt habe ich Emil 10,5 Monate gestillt und habe alles
daran gesetzt meine Zwillinge auch stillen zu können.
Und es klappt prima :D

Als ich dann schwanger war
Also ich würde ja niemals direkt springen, wenn mein Baby mal schreit.
Man kann sie ruhig mal ein bisschen schreien lassen.

Hahaha! Da kann ich ja nur drüber lachen!
Da hat mir mein Mutterherz mal einen Strich durch die
Rechnung gemacht!
Geht gar nicht.
Man lernt eben auch erst in der Situation, dass es wichtig ist, auf das
Bedürfnis des Kindes einzugehen und dass es nicht schreit,
weil es einen ärgern will.

Also ich würde ja niemals mein Kind in meinem Bett schlafen lassen.
Kinder gehören in ihr eigenes Bett.
Man kriegt die aus dem Elternbett ja nie mehr raus.

Ja ne ist klar ;)
Emil schläft prima in seinem Bett ein, aber meistens wird er
zwischen 2 und 5 wach und kommt mit zu uns.
Schläft er "aus Versehen" mal ganz durch ist es ganz komisch
für uns mal alleine zu sein.
Bald sind wir bestimmt zu fünft in unserem Bett :D
Noch liegen die Zwillinge neben mir in einem Beistellbett.
(EDIT: Als ich diesen Post angefangen hatte schlief Emil
tatsächlich noch in seinem Bett... Warum nicht mehr könnt
ihr bals separat lesen ;) )

Als Emil dann da war
Also ich würde ja niemals Flaschennahrung füttern oder
Brei mit Folgemilch füttern.

Bei Emil hab ich das tatsächlich in die Tat umsetzen können.

Während der Stillprobleme mit den Zwillingen war es gar
nicht möglich keine Flaschennahrung zu füttern.
Ich hatte es zeitlich gar nicht geschafft für jede Mahlzeit
genug zu pumpen :(
Ich muss aber auch sagen, dass ihnen die Nahrung
nicht gut getan hat.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir in der
Zeit als Emil noch gestillt wurde auch angemaßt habe über
Frauen zu urteilen, die nicht stillen.
Aber sowas steht einfach niemandem zu.
Das tut mir mittlerweile wirklich sehr leid.
Es gibt ja nicht nur schwarz oder weiß.
Woher weiß ich denn, ob die Frau nicht doch gerne gestillt hätte.
Wenn sie aber für sich entschieden hat es nicht zu tun,
dann ist das doch auch in Ordnung.


Also ich würde ja niemals meinem Kind vor dem 
1. Geburtstag was mit Zucker geben

Tja, wenn man aber die Rechnung ohne den Papa macht...
Dann gibt es auch mit 10 Monaten mal ein Nu*tella Brötchen ;)

Ansonsten habe ich aber versucht den Zuckerkonsum auf ein
Minimum zu reduzieren.
Die erste Zeit gab es gar keinen Zucker und ab einem gewissen
Alter auch mal einen Keks.
Und jetzt sind wir mal ehrlich.
Ob ich nun einen A*lete Babykeks gebe oder einen Butterkeks
macht vom Zuckergehalt kaum einen Unterschied. Der Butterkeks
hat laut Nährwerttabelle sogar weniger Zucker als der Babykeks.

Also ich würde ja niemals mein Kind vor dem Fernseher parken
oder ihm das i*Phone/i*Pad in die Hand drücken

Mit Emil alleine war das gar kein Problem.
Der Fernseher lief erst, wenn Emil im Bett ist.
Ich hab es sogar geschafft, dass der Herzensmann die Kiste auslässt,
wenn Emil dabei ist!!

Am Ende der Zwillings-Schwangerschaft war ich wirklich am Ende
meiner Kräfte. Da war es, wenn ich mit Emil alleine war, gar nicht
anders machbar, wenn er mal schlechte Laune hatte :(
Dann haben wir einfach mal einen Vormittag auf dem Sofa verbracht.
Im Moment ist es leider so, dass ich i*Phone oder i*Pad dazu nutze,
"Emil vor sich selbst zu schützen".
Wenn ich stille und kein weiterer Erwachsener da ist, findet Emil
naürlich immer die Dinge besonders spanndend, die natürlich auch
sehr gefährlich sind.
Turnt auf der Couch, klettert auf die Rückenlehne der Couch, klettert
auf den Stuhl oder sogar auf den Esstisch o.O
Um das zu vermeiden darf er während dem Stillen eine oder zwei
Folgen "Feuerwehrmann Sam" ansehen.
Ein schlechtes Gewissen hab ich aber trotzdem!!

Habt ihr das auch erlebt als eure Zwerge auf der Welt waren?

♥ Yvonne

Kommentare:

  1. Hihihi....wie wahr, wie wahr :-)
    Dem ist ja fast nix hinzu zu fügen. Außer:
    Was? Die ist den ganzen Tag zuhause mit Kind und bekommt den Haushalt nicht geregelt???????????????????
    Mhm nunja. Es gestaltet sich mitunter tatsächlich etwas schwierig;-)
    Ja, man kann eigentlich nur mitreden, wenn man es selbst erlebt (hat).

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  2. ..kommt mir so einiges bekannt vor :-) oder was 'frau' den ganzen Tag tun kann, wenn sie zuhause ist mit einem Baby!?:-) Huch!!! naja so langsam pendelt es sich ein...
    herzlichst Silvia

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  3. Ich wollte keinen Kaiserschnitt sondern eine natürliche Geburt, ich wollte Stillen... und was war... nach stundenlangen rumliegen mit CTG, einem auf und ab der Herztöne des Zwerges... einem Köpfchen, das nich nicht fest im Becken lag und dann plötzlich ganz schlechten Herztönen kam es zum Kaiserschnitt - der mir auch heute noch nach über einem Jahr Probleme macht.
    Stillen fing erst ganz gut an, bis Zwerg am 3. Lebenstag plötzlich auf die Kinderstation mußte und in ein spezielles Bett und ich abpumpen mußte... füttern und leider auch zufüttern, weil der flüssigkeitsbedarf in diesem Bett höher ist... daheim dann ein Mix aus Stillen, Apbumpen, Füttern und Zufüttern... und so blieb es dann 8 wochen... bis ich für mich beschloss dass das Abpumpen mir zu viele Nerven raubt und Schlaf... und dann gab es nur noch Stillen und Flaschennahrung. Mit 10 Monaten hat der Zwerg sich dann von einem Tag auf den anderen abgestillt - und heute mit fast 13 Monaten sind wir noch immer bei einer Gutenachtflasche Milch. Ich hoffe, dass wir die dann auch bald abschaffen können.
    Zur Fertigmilch / Milchpulver kann ich nur sagen, dass die sehr unterschiedlich sind... wir haben verschiedene durchprobiert und manche haben Blähungen und Durchfall gemacht, andere nicht.

    Fernsehen tut der Zwerg nur wenn die großen (Halb-)Schwestern da sind, aber das war mir vorher schon klar.

    Zucker hab ich von vornherein nicht ganz so streng gesehen. Es läßt sich mit Geschwistern nicht ganz vermeiden. Aber die ersten 8 Monate hat er keinen bekommen ;-)

    Grüße Sonnenblume

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  4. Wie gut, dass es nicht nur mir so geht ;)
    ♥ Yvonne

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